Kinderwunschbehandlung

Schwangerschaft ist eine Luxusfunktion, die der Körper sich leisten können muss.

Zum einen befinden wir uns in einer Zeit, in der wir fast alle täglich im Stress und somit im Kampf- oder Fluchtmodus (also durch den Sympathikus gesteuert) sind. Hierbei laufen unsere Stressorgane auf Hochtouren, verbrauchen dadurch unverhältnismäßig viele Mineralstoffe und Spurenelemente, bilden aber andererseits auch verstärkt Hormone, die dem Eintritt einer Schwangerschaft entgegenstehen. So entsteht das Stresshormon Cortisol beispielsweise aus Progesteron, dem Schwangerschaft erhaltenden Hormon. Befinde ich mich ständig im Stress, wird viel Progesteron in Cortisol umgewandelt und fehlt letztendlich zum Eintritt oder auch zum Erhalt einer Schwangerschaft. Dies ist einer von mehreren Aspekten, die es zu berücksichtigen gilt bei unerfülltem Kinderwunsch.

Ein anderer Aspekt ist die zunehmende Konfrontation mit sogenannten Umwelthormonen. In Plastikflaschen, Kleidung, Parfums u.v.m. stecken hormonell wirksame Stoffe, sogenannte endokrine Disruptoren. Sie verändern das natürliche Gleichgewicht unserer Hormone oftmals zugunsten von Estradiol. Zwischen Estradiol und Progesteron muss im Körper einer Frau jedoch ein bestimmtes Verhältnis vorliegen, um den Eintritt / den Erhalt einer Schwangerschaft zu begünstigen. Wird dieses Verhältnis durch hormonell wirksame Stoffe aus der Umgebung verändert, erschwert dies den Kinderwunsch.

Die Kombination aus ständigem Stress (durch Arbeit, Mobilfunkleitungen, evtl. chronische Erkrankungen usw.) und hochindustrialisierter Landwirtschaft führt einerseits zum stark erhöhten Verbrauch von Mineralstoffen und Spurenelementen, die andererseits über häufig minderwertige Lebensmittel immer weniger zugeführt werden. Die Ergebnisse der Mineralstoffprofile sprechen da für sich.

So ist meine Strategie in der Kinderwunschbehandlung, zunächst die einzelnen Hormone und ihr Verhältnis untereinander (im Speichel) zu bestimmen sowie die Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen (im Vollblut) zu klären und an den entsprechenden Stellen für Ausgleich zu sorgen. Häufig wird in der Erstanamnese klar, dass bereits vor langer Zeit deutliche Zeichen einer Störung im Hormonhaushalt wie z.B. eine Hashimoto-Thyreoiditis zutage traten und der unerfüllte Kinderwunsch „nur“ das Ende einer langen Kette hormoneller Störungen ist. Umso wichtiger ist es dann, solche Organbelastungen gerade in der Schwangerschaft zu berücksichtigen, die ja eine körperliche Belastung für die werdende Mutter darstellt, damit die Schwangerschaft in ruhigen Bahnen verläuft und es nicht zu weiteren hormonellen Entgleisungen wie z.B. einer Schwangerschaftsdiabetes oder Bluthochdruck nach der Entbindung kommt.

Diagnostik steht für mich also – wie bei fast allen anderen Erkrankungen - auch am Anfang einer Kinderwunschbehandlung. Den Eintritt einer Schwangerschaft garantieren kann ich natürlich nicht, doch erhöhen die nach entsprechender Diagnostik notwendigen und eingeleiteten Maßnahmen die Wahrscheinlichkeit eines Eintritts – und dies auf natürliche Weise und mit Nebeneffekt auf die Ursachen des unerfüllten Kinderwunsches. Das Ziel ist es somit, den Körper in die Lage zu versetzen, sich die Luxusfunktion Schwangerschaft überhaupt leisten zu können.

Fazit:
Nicht das Forcieren einer Schwangerschaft um jeden Preis ist sinnvoll, sondern das Aufdecken der Ursachen für das Ausbleiben ihres Eintritts. Denn jede eintretende Schwangerschaft sollte auch 9 Monate lang gehalten werden können. Wenn diese dann einen ruhigen Verlauf nehmen, profitieren sowohl die Mutter als auch das Kind.

Teresa von Avila prägte den Satz:
„Tue deinem Leib etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.“
In Bezug auf die Kinderwunschbehandlung in meiner Praxis würde ich formulieren:
„Tue deinem Leib etwas Gutes, damit dein Kind Lust hat, darin zu wohnen.“